Willkommen bei Ulrike, Holger & Oscar
unser kleiner Reisblog

März  2026

  1. F e b r u a r    2 0 2 6



01.02.2026
𝐊𝐮𝐬𝐜𝐡𝐞𝐥𝐝𝐨𝐬𝐞𝐧𝐭𝐚𝐠 𝟏𝟐𝟎𝟑 (𝐓𝐞𝐢𝐥 𝟏/𝟑)
𝔼𝕡𝕚𝕕𝕒𝕦𝕣𝕦𝕤, 𝕄𝕪𝕜𝕖𝕟𝕖 & ℕ𝕖𝕞𝕖𝕒 - 𝕦𝕟𝕕 𝕟𝕠𝕔𝕙 𝕞𝕖𝕙𝕣 𝕒𝕝𝕥𝕖 𝕊𝕥𝕖𝕚𝕟𝕖…

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Aber alte Steine mit Niveau… das muss man den Griechen schon lassen.🫡
Zumal diese Steine alle bereits seit fast 3.000 Jahren hier in der Gegend herumkullern und sie, trotz ihrer meist recht zweckferner und unorthodoxer Anordnung, jährlich hunderttausende von Touristen aus aller Welt anlocken.
Es ist der 𝟏. 𝐒𝐨𝐧𝐧𝐭𝐚𝐠 𝐢𝐦 𝐌𝐨𝐧𝐚𝐭…
Und der Kenner der griechischen Schnäppchen-Kultur weiß, dass man an diesem Tag die Sehenswürdigkeiten Griechenlands 𝐳𝐮𝐦 𝐍𝐮𝐥𝐥𝐭𝐚𝐫𝐢𝐟 besichtigen kann.
Also genau das richtige für uns Pfennigfuchser.  𝐄𝐩𝐢𝐝𝐚𝐮𝐫𝐨𝐬 + 𝐌𝐲𝐤𝐞𝐧𝐞 + 𝐝𝐢𝐞 𝐀𝐮𝐬𝐠𝐫𝐚𝐛𝐮𝐧𝐠𝐬𝐬𝐭ä𝐭𝐭𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐧 𝐍𝐞𝐦𝐞𝐚, das hätte für 2 Personen mal eben 𝟏𝟎𝟎 𝐄𝐮𝐫𝐨𝐧𝐞𝐧 an Eintrittsgelder bedeutet… die Kotbeutel für Oscar dabei noch gar nicht mitgerechnet.
Da setzen Langzeitreisende wie wir, mit ihrem begrenzten Budget schonmal Prioritäten. Klingt komisch... ist aber so. 🤷‍♂️
Übrigens gilt der 𝐤𝐨𝐬𝐭𝐞𝐧𝐥𝐨𝐬𝐞 𝐄𝐢𝐧𝐭𝐫𝐢𝐭𝐭 ebenfalls für 𝐣𝐞𝐝𝐞𝐧 𝟑. 𝐒𝐨𝐧𝐧𝐭𝐚𝐠 𝐢𝐦 𝐌𝐨𝐧𝐚𝐭.
So machen wir uns also auf, die einheimische Kultur auf dem Nacken der griechischen Volkswirtschaft zu genießen.
Und zwar freu dem Motto:  "𝑾𝒆𝒏𝒏 𝒔𝒄𝒉𝒐𝒏, 𝒅𝒆𝒏𝒏 𝒔𝒄𝒉𝒐𝒏"… also die volle Packung…
… Quasi Kultur mit der Wirkung eines intravenös verabreichten Long Island Ice Tea.
Los ging´s also erstmal in 𝐄𝐩𝐢𝐝𝐚𝐮𝐫𝐨𝐬…
Gelegen, sozusagen am Daumen von Peleponnes, schlummert hier ein architektonischer Schatz der Weltgeschichte.
Vermutlich ist dies auch der Grund, warum hier täglich ganze Busladungen von Touristen ausgekippt werden. Das Theater des Epidauros ist eine gigantische, steinerne Schüssel, die einfach mal so in einen Hügel gemeißelt wurde. 𝟏𝟒.𝟎𝟎𝟎 𝐒𝐢𝐭𝐳𝐩𝐥𝐚𝐞𝐭𝐳𝐞 fast bietet dieses antike Theater und Ränge, die vermutlich steiler sind, als meine Karriere-Chancen als Reisebuch-Creator, hier auf Facebook. 🤦‍♂️
Wer ganz nach oben will… und natürlich muss man ganz nach oben… man will ja kein Kulturbanause sein… der braucht eine gewisse Portion Kondition… oder ein Sauerstoffzelt, wenn man denn endlich oben angekommen ist.
Während ich mich so Stufe für Stufe emporkämpfe, meine Wadenmuskulatur zu brennen beginnt, und ich bereits darüber nachdenke, wen genau ich bezüglich dieser physischen Grausamkeit juristisch belangen könnte, muss ich an die damaligen Zuschauer denken…
Hier ist mal rein gar nichts mit behindertengerechter Bauweise… wo bitte ist der Fahrstuhl?... die Rolltreppe?... alles Fehlanzeige.
𝐑𝐞𝐬𝐩𝐞𝐤𝐭 𝐀𝐥𝐭𝐞𝐫... und das alles in Toga, auf die man vermutlich bei jeder Stufe draufgetreten ist und ohne Funktionsunterwäsche.
Oben angekommen, versucht meine Wenigkeit erst einmal seine Vitalfunktionen durch intensives japsen und hyperventilieren wieder auf relativ normale Werte zu drücken. Ich verkörpere schließlich einen 63-jährigen Ex-Kettenraucher und keinen Kandidaten für den diesjährigen Ironman.🤦‍♂️
Und dann kommt der Moment, für den jedes Jahr hunderttausende von Besucher diese vermaledeiten Ränge emporkeuchen… Quasi das „𝐖𝐮𝐧𝐝𝐞𝐫 𝐯𝐨𝐧 𝐄𝐩𝐢𝐝𝐚𝐮𝐫𝐨𝐬“.
Berühmt ist dieses Bauwerk nämlich für seine 𝐞𝐢𝐧𝐳𝐢𝐠𝐚𝐫𝐭𝐢𝐠𝐞 𝐀𝐤𝐮𝐬𝐭𝐢𝐤.
Doch hierfür erstmal ein kleiner Ausflug in unsere Rubrik:
„𝑴𝒆𝒏𝒔𝒄𝒉… 𝒃𝒆𝒊 𝒅𝒆𝒓 𝑲𝒖𝒔𝒄𝒉𝒆𝒍𝒅𝒐𝒔𝒆… 𝒅𝒂 𝒉𝒂𝒎´ 𝒘𝒊𝒓 𝒘𝒊𝒆𝒅𝒆𝒓 𝒘𝒂𝒔 𝒈𝒆𝒍𝒆𝒓𝒏𝒕“👨‍🎓
𝐀𝐥𝐬𝐨 𝐀𝐤𝐮𝐬𝐭𝐢𝐤…
Der 𝐆𝐞𝐧𝐞𝐫𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧 𝐀𝐥𝐩𝐡𝐚 sei es einmal so erklärt:
Akustik ist quasi 𝐒𝐩𝐨𝐭𝐢𝐟𝐲 𝐨𝐡𝐧𝐞 𝐖-𝐋𝐚𝐧 und Playlist… klingt komisch, hat aber über Jahrtausende funktioniert.
Unter Akustik versteht man auch das Phänomen, wenn Frauen jedes einzelne Wort verstanden haben, das Du gerade Deinem besten Kumpel vertraulich ins Ohr geflüstert hast, obwohl sie sich in einem ganz anderem Raum befunden hat, aber mit einem „𝑯𝒎𝒎? 𝑾𝒊𝒆 𝒃𝒊𝒕𝒕𝒆?“ antwortet, wenn Du sie laut und deutlich fragst, was genau denn die Delle im Kotflügel Deines Autos zu suchen hat.
Akustik ist auch der Grund, warum ein tropfender Wasserhahn Dich nachts fast in den Wahnsinn treibt, das Schnarchen deiner großen Liebe direkt neben Dir aber klingt, wie die 𝐌𝐨𝐧𝐝𝐬𝐜𝐡𝐞𝐢𝐧-𝐒𝐨𝐧𝐚𝐭𝐞 𝐯𝐨𝐧 𝐋𝐮𝐝𝐰𝐢𝐠 𝐯𝐚𝐧 𝐁𝐞𝐞𝐭𝐡𝐨𝐯𝐞𝐧.  Aber… kleiner Spoiler… das ändert sich im Laufe der Jahre. 😉
In einem Theater…𝐮𝐧𝐝 𝐝𝐚𝐦𝐢𝐭 𝐤𝐨𝐦𝐦𝐞𝐧 𝐰𝐢𝐫 𝐚𝐮𝐜𝐡 𝐰𝐢𝐞𝐝𝐞𝐫 𝐳𝐮𝐦 𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧𝐭𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐓𝐡𝐞𝐦𝐚… hat eine gute Akustik die Fähigkeit, die Flatulenzen des Protagonisten auch bis in die letzte Reihe der Empore hörbar zu machen, sollte er denn solche in die freie Welt entlassen.
Was die Bands von heute lediglich mit 𝐌𝐮𝐬𝐢𝐤𝐚𝐧𝐥𝐚𝐠𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐧 𝟏𝟎𝟎.𝟎𝟎𝟎 𝐖𝐚𝐭𝐭 𝐀𝐮𝐬𝐠𝐚𝐧𝐠𝐬𝐥𝐞𝐢𝐬𝐭𝐮𝐧𝐠 und 𝐋𝐚𝐮𝐭𝐬𝐩𝐫𝐞𝐜𝐡𝐞𝐫𝐛𝐨𝐱𝐞𝐧 𝐢𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐆𝐫𝐨𝐞𝐬𝐬𝐞 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐬 𝐄𝐢𝐧𝐟𝐚𝐦𝐢𝐥𝐢𝐞𝐧𝐡𝐚𝐮𝐬𝐞𝐬 hinbekommen, haben die alten Griechen allein mit der Architektur eines Theaters erreicht.
- 𝐏𝐮𝐧𝐤𝐭𝐬𝐢𝐞𝐠 𝐟𝐮𝐞𝐫 𝐝𝐢𝐞 𝐚𝐥𝐭𝐞𝐧 𝐆𝐫𝐢𝐞𝐜𝐡𝐞𝐧.
Erbaut für 14.000 Menschen, die allesamt die berühmte Münze fallen hören könnten. Wenn... ja wenn nicht diese Busladungen von Touristen nicht wären, dessen Geschnatter selbst die berühmte Münze des Epidauros übertönt.
Die eigentliche Bühne besteht im Grunde nur aus einer kreisförmigen Plattform von gerade mal 50 cm Durchmesser…
Dort standen diejenigen, die etwas zu sagen hatten… und die 14.000 Menschen auf den Rängen hörten zu… mal mehr, mal weniger. Also nicht anders wie im Deutschen Bundestag... Nur, dass es damals noch keine Handys und kein Candy Crush gab.
Vermutlich wurden an dieser Stelle, bereits vor über 2.500 Jahren die Menschen darüber informiert, dass die Erde keine Scheibe ist… die Demokratie im Grunde nur in der Theorie funktioniert… und der Dosenöffner leider erst noch erfunden werden muss.
Während hier in Epidauros bereits schon den Dosenöffnern eine Zukunft eröffnet wurde, hat man vermutlich in den Regionen, die heute zu Deutschland gehören, seiner zukünftigen Gattin noch mit der Keule einen Heiratsantrag gemacht…
Im Epidauros-Theater wurden zur selben Zeit vielleicht schon Limericks und Liebesdramen aufgeführt.
Hier war das Theater nicht nur ein einfaches Abendprogramm… Es war quasi die 𝐁𝐢𝐥𝐝-𝐙𝐞𝐢𝐭𝐮𝐧𝐠, 𝐅𝐚𝐜𝐞𝐛𝐨𝐨𝐤 𝐮𝐧𝐝 𝐑𝐓𝐋𝟐 in Einem… 𝐃𝐢𝐬𝐭𝐫𝐚𝐤𝐭𝐢𝐨𝐧*² und 𝐈𝐧𝐝𝐨𝐤𝐭𝐫𝐢𝐧𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧*³ der Bevölkerung in einem Aufwasch … Mark Zuckerberg, Peter Thiel und Elon Musk wären stolz gewesen, hätte es sie bereits gegeben.
Nur an der Reichweite musste im Laufe der weiteren Jahrtausende noch ein wenig gearbeitet werden.
Epidauros ist allerdings nicht nur Theater…
… hier befand sich eines der größten 𝐇𝐞𝐢𝐥𝐳𝐞𝐧𝐭𝐫𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐀𝐧𝐭𝐢𝐤𝐞, allerdings nur für Selbstzahler…
Für einen Kassenpatienten war schon damals ein Sanatorium dieser Art unerreichbar. Vermutlich weil der QR-Code ihrer Krankenkarte seinerzeit noch nicht lesbar war.
𝐀𝐬𝐤𝐥𝐞𝐩𝐢𝐨𝐬, also quasi der griechische Vetter dritten Grades des römischen 𝐀𝐞𝐬𝐜𝐮𝐥𝐚𝐩𝐢𝐮𝐬, der in Deutschland vor Apotheken und innerhalb der Ärzte-Zunft seinen Schlangenknüppel schwingt, wachte bereits vor über 2.500 Jahren hier im Epidauros über die (zahlungskräftigen) Kranken und Gebrechlichen.
𝐍𝐮𝐧 𝐬𝐢𝐭𝐳𝐞𝐧 𝐰𝐢𝐫 𝐡𝐢𝐞𝐫…
auf den Rängen des Epidauros Theaters…
Der Rücken zwickt, die Oberschenkel noch leicht brennend und etwas peinlich berührt, da die Frau auf dem Kreis, in der Mitte des Theaters gerade flüsternd ihrem Mann erklärt, dass seine "Prinzessin Lillyfee-Socken" in seinen Sandalen die Aufmerksamkeit der anderen Besucher erregen könnten…
Vielleicht hätten wir ihr steken sollen, dass es eigentlich nicht die Socken selbst, sondern ihr akustischer Fingerzeig war, die unsere Aufmerksamkeit auf seine Fußbekleidung lenkten. 🤷‍♂️
Auch wenn dieser Reisebericht noch nicht zu Ende ist… 𝐟𝐮𝐞𝐡𝐥𝐭 𝐄𝐮𝐜𝐡 𝐭𝐫𝐨𝐭𝐳𝐝𝐞𝐦 𝐬𝐜𝐡𝐨𝐧𝐦𝐚𝐥 𝐠𝐞𝐤𝐮𝐬𝐜𝐡𝐞𝐥𝐭.
𝐄𝐧𝐝𝐞 𝐓𝐞𝐢𝐥 𝟏 𝐯𝐨𝐧 𝟑
*² Distraktion= Veraltete Bezeichnung für Zerstreuung
*³ Indoktrination= Beeinflussung von Menschen



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